Wenn das Leben dich aus der Bahn schickt...

26-Oct-2017

 

 

Dieser Moment im Leben, wenn sich alles auf einen Punkt ballt. Wenn alles, was mir bis dato Halt und Sicherheit gegeben hat, wegbricht. Auf allen Ebenen. Familie, Freunde, Liebe, Finanzen. Wenn alles was ich augenscheinlich aufgebaut hatte keinen Sinn mehr macht.

 

Was soll ich dieser Welt geben, wenn alle schlauen Erkenntnisse die ich seit einem Jahr mit euch teile, in meinem eigenen Leben, in der Phase wo ich sie am dringlichsten gebraucht hätte, für mich nicht greifbar waren? Wenn ich neidisch, manipulativ und unbewusst gelogen habe. Wenn ich einfach meinen Platz in dieser Welt nicht finde. Was soll dann das Ganze? Als ich mich mit all meinen Schattenseiten erkannte und einfach akzeptieren musste, dass ich ein Mensch bin, nicht erleuchtet, mit viel Licht und genauso viel Schatten, überkam mich als erstes ein tiefes Gefühl von Scham, Schuld, Selbstzweifel, Unsicherheit und vor allem Sinnlosigkeit.

 

Ich streckte alles von mir und ergab mich.

 

Kapitulation. Stille. Endlose Stille. Schmerz.

 

Statt den Schmerz zu betäuben oder zu leugnen, gab ich mich ihm, das erste Mal in meinem Leben, vollkommen nüchtern hin. 10 Tage saß ich schockiert und regungslos in meinem Wohnmobil, starrte auf ein vor mir liegendes Feld in Frankreich, weinte, schrie, fluchte, haderte und ließ die Wellen kommen und gehen. Rien ne va plus. „Bitte, danke, fick dich Leben“ waren meine Worte und Gedanken in den ersten Tagen. „Was verdammt willst du noch von mir?“

 

 

Das Leben antwortete fast direkt und schenkte mir eine Situation, in der ich meinen Glauben und meine Kraft augenblicklich wiederfand. Ich erlebte magische Erlebnisse mit unserer wundervollen Natur. Momente die mich so tief berührten, dass ich heute noch Tränen in den Augen habe, wenn ich daran zurückdenke. Vor dieser Schönheit, Magie und Verbundenheit. Wenn ich wirklich ein Teil dessen bin, wie kann an mir etwas verkehrt sein? Bei all der Magie die mich jeden Tag umgibt, allein wenn ich den Himmel schaue, wie sollte etwas an mir nicht magisch sein?

 

Diese 10 Tage haben mich und mein Leben sehr verändert. Kein innerer Schmerz dieser Welt, keine Hilflosigkeit, keine Scham wird mich umbringen. Es sind Gefühle, die mich ohnmächtig machen, weil ich nichts daran ändern kann. Dass es mich zerreißt, auseinanderreißt, dass ich es nicht aushalten kann, ist eine Interpretation von mir. Eine Projektion in die Zukunft. Ihn nüchtern zu fühlen und mich ihm voll hinzugeben, ist die größte Heilarbeit die ich meiner Seele schenken kann und das ganz ohne Bücher oder Workshops.

 

 

In diesen Tagen entdeckte ich etwas, dass mich wach machte. Ich fühlte meine Verletzlichkeit, meine Sanftheit und meine tiefe, unbändige Liebe. Mein Herz fühlte sich an wie ein offenes Organ, dass dalag und laut pulsierte. Unschuldig, weich, verletzlich, so groß und fast schüchtern. In diesem Moment fühlte ich einfach nur pure Liebe. In ihrer reinen und ursprünglichen Art. Als wenn ich in eine Watte des Universums gepackt worden war und mich an einem Ort befand der aus pures Licht und Verbundenheit bestand. Und das nicht ausgelöst durch äußere Umstände, Menschen oder materielle Werte. Nur in der Verbindung zu unserer Natur. Entstand etwa all dieses Leid und Drama in mir nur, weil ich mein Herz nicht so offen pulsierend leben und fühlen konnte? Weil ich eine Mauer drum herum gebaut hatte, um mich zu schützen?

 

Zerbrach gerade durch diesen Schmerz ein Teil meiner Mauer, die ich um mein Herz gebaut hatte? War diese innere Zerrissenheit die ich fühlte, in Wahrheit ein erster großer Riss, der in der Mauer entstand, die ich um mein Herz gebaut hatte? Entsteht dieser große Schmerz nur, weil ich an meinem größten Schatz getroffen wurde? Was versteckt sich hinter dieser Mauer? Finde ich meinen Platz nicht, weil ich nicht den Mut habe ihn einzunehmen und mich mit diesem pulsierendem offenen Herzen in dieser Welt zu zeigen und zu verschenken?

 

Sophie kam um die Ecke: „Ach meine Liebe, du musst keine Revolution anzetteln oder die Welt retten, du darfst einfach nur Sein und die Liebe die du in dir fühlst, in diese Welt tragen, mit all den Begabungen die dir in die Wiege gelegt wurden. Ist es nicht das, das wir alle brauchen und auch alle suchen? Diese bedingungslose göttliche Liebe, die uns wie ein warmer, flauschiger Mantel umhüllt und uns das Gefühl gibt, nichts tun, nichts leisten, nichts vollbringen zu müssen, dass wir mit all dem was wir genau jetzt in diesem Moment sind, vollkommen sind, nämlich Teil dieser göttlichen Liebe?“

 

Es war, als wenn ein riesiger Rucksack von meiner Schulter fiel.

Ich dachte: „Lieben! Das ist leicht. Das kann ich.“

 

Ich glaube zu verstehen warum das Selbstliebe Thema bei mir so lange nicht funktioniert hat oder nur zeitweise. Für mich persönlich werde ich niemals in meine vollkommene Selbstliebe kommen, wenn ich sie nicht im Verbindung mit dem Großen und Ganzen setze. Nenn es wie du magst. In Verbindung mit dem Göttlichen, mit dem Universum. Egal.

 

Erst als ich wirklich verstanden habe, dass ich ein Teil im Großen und Ganzen bin, konnte ich die Liebe für mich in ihrer Vollkommenheit akzeptieren und darin aufgehen. Das Magische, das Göttliche das ich ständig im Leben erlebe, sehe ich als ein Spiegelbild meines Selbst. Aus diesem Grund gehört für mich das Thema Liebe und Spiritualität zusammen. Das Eine bedingt das Andere. Durch das Eine erfahre ich den Zugang zu dem Anderen. 

 

Während dieser Zeit las ich zum x-ten Mal das Buch von Veit Lindau „Seelengevögelt“. Ich bin so dankbar dafür! Da es in meiner Geschichte auch darum geht, wie ich mich mit dem was ich in meinem Herzen trage finanziert bekomme, markierte ich mir diesen Satz fett und dick:

 

„Erfolg ist deine Fähigkeit,

deine Begabungen optimal für deine Werte einzusetzen.“

 

 

Mal im Ernst, hatte ich bisher wirklich versucht mit meiner tiefsten Wahrheit, mutig nach außen zu gehen und mich damit zu zeigen und dafür, oh Schreck, auch noch Geld zu verlangen? Hatte ich nur einmal den Mut das Thema Liebe und moderne Spiritualität für mich neu zu definieren und mich mit meinen Begabungen damit an die Welt zu verschenken?

 

Nein, hatte ich nicht. Weil in mir die alten Stimmen meiner Kindheit präsent waren. Die Stimmen die mir immer wieder sagten, dass die Liebe die ich fühle weltfremd sei, zu naiv und zu gutgläubig. Ich hatte Sorge, dass man es zu kitschig, zu Lu-Lu-Fu, zu Blümchen-Gelaber, zu Weltfremd, zu keine Ahnung was findet. Ich versteckte mich lieber weiter hinter meinem Laptop und mein entstehendes Buch. Aber jammern und alles in Frage stellen, das geht immer.

 

Das ist schon ein dicker Hund. Auf der einen Seite traue ich mich nicht, mich mit meinem tiefstem Anliegen zu zeigen und auf der anderen Seite jammere ich, dass ich meinen Platz hier nicht finde. Ich mag mich und meine Geschichten. Hat auch irgendwie etwas humorvolles. Vor allem weil ich erst all das erleben musste, um den Witz zu verstehen. 

 

Ich hörte kurze Zeit später durch einen „Zufall“ dieses Interview mit Bahar Yilmaz: https://www.youtube.com/watch?v=IA02xjG8Rzk. Sie sagte einen Satz der mir den „letzten Rest“ gab:

 

„Wir müssen im Leben fallen, um im freien Fall zu erkennen,

dass wir Flügel haben, um zu fliegen.“

 

Das erinnerte mich daran, wie kleine Vögel das fliegen lernen. Indem sie vom Nest in die Tiefe stürzen und beginnen ihre Flügel zu nutzen. Ich hatte die ganze Zeit um Kissen gebeten, damit ich bitte sanft lande. Auf die Idee dass ich Flügel habe, bin ich erst gar nicht gekommen. Oder darauf, dass ich bereits alles in mir trage was ich brauche, um in diesem Leben wahres Glück zu empfinden, vorausgesetzt (!!) ich übernehme die volle Verantwortung für meinen Flug, statt nach Kissen zu bitten. 

 

 

Ich kann dir kaum sagen, wie zutiefst dankbar ich für diesen Vollcrash bin. Zum einen haben sich die meisten Katastrophen, die ich vor einigen Wochen als solche empfunden habe, als Segen herausgestellt und als etwas das für mich zum Besten ist. Ich kann mit meinem eingeschränkten Horizont niemals das Große und Ganze überblicken und habe verstanden, das tiefes Vertrauen eine weitere Form der Liebe ist. Vertrauen, dass alles zu meinem Besten ist, auch wenn ich es im aktuellen Zeitpunkt nicht erkennen kann.

 

Zum anderen hat mich dieser Crash aus meinen Nest geworfen und mir gelehrt, dass ich meinen Platz hier habe. Der Stuhl war schon lange für mich reserviert. Nur hatte ich nicht den Mut ihn einzunehmen. Ich hätte dann aus vollem Herzen und mit voller Inbrunst JA zu mir und meinem Wert sagen müssen. Nicht nur das, ich hätte auch daran glauben und festhalten müssen. Bittschön, das ist echt etwas zu viel verlangt, oder? 

 

Ich habe verstanden, dass mich meine inneren Schmerzen niemals umbringen werden, sondern dass sie ein wertvoller Wegweiser sind, der mich geradeaus nach Hause führt, wenn ich sie nüchtern durchlebe und fühle. Nicht nur einmal. Immer und immer wieder. Bis sich die Illusion die ich mir selbst konstruiert habe verpufft. Puff. Huch, ich lebe noch und nicht nur das, ich fühle mein Herz, meine Liebe, meine Ur-Essenz, meinen Ruf, meine Würde.

 

 

Ich bin in meinem Leben durch einige Tiefen gegangen. Ich sehe es wie eine Art Ausbildung, die mich vorbereitet hat, um meinen Seelenplan nun erfüllen zu können. Ich weiß, dass genau dort das größte Geschenk für dich und für mich bereitliegt. In diesem Schmerz. Hinter dieser Mauer die wir zum Schutz vor unserem Goldschatz gebaut haben.

 

Ich möchte dir aus vollem und ehrlichen Herzen die Hand reichen.

 

Als deine Schwester.

Ich verstehe dich.

Ich sehe dich.

Ich fühle dich.

 

Lass uns gemeinsam einen Unterschied bewirken.

In all unserer Verletzlichkeit und Liebe.

 

Mit unserem pulsierendem offenen Herzen. 

Unsere Liebe für uns und diese Welt.

 

In tiefer Liebe zu dir

Deine Soulsister

Johanna

 

P.S. Was sich nun konkret verändert hat und wird, erfährst du in diesem Blog: https://www.johannapardo.de/single-post/MeineWerte

 

Danke, für deine Treue und Wertschätzung. 

 

Hier geht es zum Hörblog:

 

 

 

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