Frieden gibt es selbstgemacht

30-Dec-2017

 

 

 

Zack. Vorbei ist das Jahr. Ist es für dich auch so rasant vorbei gegangen und war gleichzeitig so voll, dass es 10 Jahre füllen könnte? Für mich war es eines der verrücktesten Jahre meines Lebens. Sehr viel Abenteuer. Genauso viel Freud und Schmerz, Fülle und Mangel, Liebe und Angst, Freiheit und Enge, Verbundenheit und Trennung. Von „Ich liebe dich über alles du schönes Leben“ zu „Fick dich Leben, ich verstehe dich einfach nicht.“ Mal war es atemberaubend geil, mal schmerzvoll und manchmal auch tiefdunkel. Alles war dabei.

 

 

In den letzten Tagen sind wir in unterschiedlichen Jahresend-Ritualen eingetaucht. Wir haben uns z.B. unsere Heldinnen-Geschichten aus diesem Jahr erzählt. Wofür anerkennen wir uns dieses Jahr? Es ist unfassbar wie viel geschafft worden ist. Wie sehr sind wir im Vergleich zu Silvester 2016 gewachsen. Wieviele Gründe gibt es zum ausgiebigen Feiern? Hast du dich schon ausreichend für 2017 gefeiert?  

 

Seit gestern geben wir uns dem Raum der Vergebung und des Friedens hin. Während des Frauenfestes bei dem ich vor einigen Tagen in Österreich dabei sein durfte, bat mich meine Freundin etwas zum Thema Frieden zu schreiben und vorzutragen. Daraus ist mein neuster Slam geworden, den du im Nachgang als Audio hören kannst. Da dieses Fest vor allem für geflüchtete Frauen aus dem Iran, Irak, Syrien und Afghanistan stattgefunden hat, habe ich mich dem Thema Frieden auf Kriegsebene hingegeben. Ich glaube daran, dass echter Weltfrieden niemals dort draußen beginnen kann, sondern nur, wenn er aus uns selbst entspringt, wenn wir unsere Herzen mit Liebe und Frieden für uns und unsere Mitmenschen durchfluten lassen. 

 

 

Als Mensch der viel Wut und Schuld in sich getragen hat und auf einer gewissen Ebene immer noch trägt, ist das mit dem Frieden für mich ein sehr zentrales Thema. Entgegen meiner Erwartungen von vor ca. 2 Jahren, ist es nichts das durch 2-3 schlaue Erkenntnisse in mir integriert und gefestigt werden kann. Zack. Bumms. Fertig. Nächstes Thema.

 

Für mich bedeutet es, mich jeden Tag auf das Spielfeld des Leben zu begeben und achtsam meinen Gedanken und meinem Herzen zu lauschen. Es ist eine Wahl. Jeden Tag. Immer wieder.  

 

Auch wenn es mir sehr schwer gefallen ist das zu akzeptieren, doch die Welt dreht sich nicht um mich. Voll doof. Ist aber so. Jeder von uns sitzt in seinem eigenen Kino-Saal. Gleiche Situation. Unterschiedliche Drehbücher. Während ich in einer Komödie sitze, sitzt du vielleicht in einem Drama-Film UND umgekehrt. Jede/r hat sein eigenes Drehbuch, geschrieben aus unterschiedlichen Erfahrungen, Verletzungen, Enttäuschungen, Persönlichkeiten und Werten. Jeder Film stellt die Realität des jeweiligen Menschen dar. Jede Welt dreht sich um die eigene. Das in der Tiefe zu verstehen und zu akzeptieren, entbindet mich und dich von vielen gegenseitigen Erwartungen. Es schenkt Frieden zu verstehen, dass in der Regel keine Handlungen absichtlich gegen mich gerichtet sind, sondern dass sie „nur“ für dich entstanden sind. Und umgekehrt. 

 

Es löst das Thema Schuld fast gänzlich auf. Kann es dann noch Schuld geben? Auch wenn das meine Birne sehr schwer versteht, weil ich anders konditioniert wurde, doch jeder von uns handelt mit seinem bestem Wissen und Gewissen. Aus seinem Kino-Saal heraus. Mit seinem Drehbuch. Die Frage ist, bin ich mutig und demütig genug, mich für dein Drehbuch zu interessieren und für die Hintergründe deines Handelns, statt pauschal zu verurteilen? Bin ich bereit meinen Thron der Allwissenheit zu verlassen und mich in die Unwissenheit deines Universums zu begeben und dir mit offenen Herzen zu lauschen? 

 

Und bin ich bereit auch mein eigenes Universum aufmerksam zu erkunden? Mir mit dem gleichen sanften und offenem Herzen zu lauschen, wie ich es bei dir mache? Bringe ich für mich genauso viel Verständnis auf, wie für dich? Vergebe ich mir selbst auf der gleichen tiefen Ebene, wie ich es bereit bin für dich zu tun, erkennend dass es einfach keine Schuld gibt. Weder für dich, noch für mich? 

 

Ich glaube fest daran, dass es mit jedem Menschen einen gemeinsamen Nenner geben kann, wenn wir es zulassen und uns dafür öffnen. Vor allem mit mir selbst. Auch wenn das am schwersten zu sein scheint. 

 

Wie dankbar bin ich für genau das was Jetzt ist, statt für das was in meinen Erwartungen nicht ist? Es fällt mir sehr leicht, ständig etwas zu finden, was noch besser sein könnte. Für mich Perfektionist und Kontrollfreak ein tägliches Lernfeld. Lenke ich mein Herz immer wieder sanft auf die Fülle die mich umgibt, statt auf das was nicht ist? Ob in einer Beziehung, in einem Job, in einer Situation oder mit mir selbst? Egal wie perfekt und vollkommen eine Situation auch sein möge, es wird immer etwas geben das noch besser sein könnte. Warum nicht gleich in der Unvollkommenheit des Momentes, die Magie der Unendlichkeit erkennen?

 

Den runden Abschluss in meiner persönlichen Friedensarbeit finde ich wenn ich mich demütig dem Leben hingebe. Demut bedeutet für mich nicht, dass ich auf allem Vieren krieche und kein eigenes Standing habe. Im Gegenteil. Es bedeutet für mich, dass ich aufrecht stehe, meine Krone sitzt da wo sie hingehört, ich breite meine Arme und mein Herz aus, senke meinen Kopf und sage mal leise und mal lauter: 

 

Ich gebe mich dir hin. 

Wissend: Dass ich nichts weiß. 

Fühlend: Dass ich nur einen Bruchteil fühlen kann. 

Erkennend: Dass ich Sternenstaub bin. 

Bittend: Möge ich ein Kanal sein, um die allumfassende göttliche Liebe die ich fühle immer weiter in mir und in diese Welt zu manifestieren. 

Flehend: Frieden für mich und dich zu fühlen und zu verschenken

Verantwortlich: Ich bin der Mittelpunkt meiner Welt. 

Verstehend: Ich bin nicht der Mittelpunkt dieser Welt. 

 

Doch gemeinsam mit dir, 

Hand in Hand, 

Herz an Herz, 

gestalten wir diese Welt 

zum Mittel unseres gemeinsamen Punktes. 

 

Dafür lebe ich. Dafür gehe ich kompromisslos in 2018.

Für Liebe und Frieden. In mir. In dieser Welt.  

 

 

Danke von Herzen für 2017 und für Dich. Für jeden Menschen der mit mir war und mich auf diesem Weg bis hierhin begleitet hat. Ich bin so dankbar für jeden Zuspruch, für jede Geste, jedes Wort, jeden Halt, jede Wärme die ich von euch erhalten habe,  gerade in den tieferen Phasen. 

 

Ihr seid der Antrieb für mein Wirken. Ich liebe Euch. So sehr. 

 

 

Möge jedes Lebewesen auf dieser Welt aufrichtig glücklich sein. 

Komm gut und vor allem gesund rüber. 

 

See you 2018.

 

Herz an Herz - Deine Soulsister - Johanna 

 

 

 

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