Teil 1: Wenn dir die Vergangenheit in die Zukunft kackt...

25-Jan-2018

 

Habe ich deine Aufmerksamkeit? Sorry für den Titel, doch in gewisser Weise ist es tatsächlich so, oder? Aus unserer Vergangenheit ist in uns ein Denksystem herangereift, das unsere Gegenwart und Zukunft bestimmt. Das ist unsere Realität. 

 

Was fühlst du, wenn du an deine Vergangenheit denkst, besonders wenn du an die schmerzenden Episoden aus deinem Leben denkst? Was empfindest du, wenn deine Gedanken in die Zukunft schweifen?Entspannt? Glücklich? Besorgt? Ängstlich? Angespannt?

 

Woher kommen diese Gefühle? Bei mir stammen sie meist aus Erinnerungen aus der Vergangenheit oder aus Projektionen in die Zukunft.

 

„Es gibt nur den Moment.“

Doch was bedeutet das konkret?

 

Was wäre, wenn es wahr ist... 

 

Dieser Blog ist in drei Teilen aufgeteilt und liegt mir ultramäßig am Herzen. Ich glaube, wenn wir das wirklich bis zum Grund „kriegen“, kann sich unser gesamtes Leben wenden. Ich teile mit dir eine Möglichkeit unsere Geschichte und damit unser gesamtes Leben neu zu betrachten. Dabei durchleuchte ich unsere Ebene der persönlichen Identität, ein Mysterium des Universums und die Ebene der Göttlichkeit.

 

Vielleicht wird die ein oder andere Annahme, die ich in diesen Blogs aufstellen werde, in dir eine Abwehr auslösen. Eine innere Stimme die dir sagt: „Das ist Unmöglich, die hat sie doch nicht mehr alle.“ Ich weiß nicht viel, nur dass es dort draußen sehr vieles gibt und geben muss, dass ich mit meinem kleinen menschlichen Geist nicht fassen kann. Ich bin ein Staubkörnchen im Universum und mein Geist läuft (noch) auf +/- 5% meiner Möglichkeiten. Vor vielen Jahren haben wir noch geglaubt, die Erde sei eine Scheibe. Wie sehr, wären wir damals auf Abwehr gegangen, wenn uns jemand gesagt hätte, die Erde sei rund?

 

Um meiner eigenen Wahrheit auf die Spur zu kommen, lass ich, bei jeder unwirklich scheinenden Aussage, die Frage in mir zu: „Was wäre, wenn es wahr ist...“ Für einen kurzen Zeitraum, vielleicht nur für 10 Minuten, akzeptiere ich es als Wahr. Dann warte ich ab und beobachte. Wenn es in mir ein gutes Gefühl auslöst, mich erhebt, mich in gewisser Weise erleuchtet (im Sinne von, Licht tritt an der Stelle von Dunkelheit ein), dann erhöhe ich das Zeitfenster. Wieder abwarten und beobachten. Irgendwann kategorisiere ich es dann als meine Wahrheit ein, oder es fliegt wieder raus.

 

Ich möchte mit diesen Annahmen nicht deine und meine Geschichte herab werten und behaupte auch nicht, dass schmerzhafte Erlebnisse weg meditiert werden können. Im Gegenteil, ich möchte sie erheben. Ich möchte dich verführen, sie aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten..

 

 

Es ist nicht wahr

 

15 Jahre habe ich meine Geschichte benutzt, als Grund für meinen Schmerz, für die Leere die ich tagtäglich empfand, oder eben auch als Entschuldigung für meine Verhaltensweisen. „Ich bin halt so, weil ich das und das erlebt habe.“ Meine Geschichte, meine Herkunft = meine Identität. Auf der Suche nach Antworten, habe ich mich ständig im Kreis gedreht. Heute weiß ich, dass ich versucht habe Antworten auf einer Ebene zu erhalten, auf der es nichts zu holen gab.

 

Vor ca. 2 Jahren las in einem Buch über Vergebung: „Vergebung kann erst stattfinden, wenn du dankbar bist, für das was dir passiert ist.“ Empört habe ich damals das Buch in die Ecke geworfen und habe nur wütend mit dem Kopf geschüttelt. Genau. Vollidiot. Ich meine, wie kann man dankbar für etwas sein, dass man nicht einmal seinem ärgsten Feind wünschen würde? z.B. Für Krankheit, emotionaler und physischer Missbrauch, Tod, Verlust, Schmerz, Ungerechtigkeiten usw. usw. Das kann doch nur ein wahnsinniger schreiben. Oder?

 

 

Also, bei dir ist das vielleicht anders, doch ich habe jahrelang meine Welt, Realität und Identität mit Pauken und Trompeten verteidigt. Ich bin wer ich bin und an meiner Geschichte gibt es jetzt auch wirklich nichts falsch zu deuten. Scheisse ist einfach scheisse.  Oder?

 

Ich verstehe heute, dass ich nichts dafürkann, doch meine Augen sahen und sehen NIE das ganze Bild. Weder im Jetzt, noch auf meine Vergangenheit oder Zukunft bezogen.

 

In gewisser Hinsicht bin ich oder sind wir blind.

 

Im Fahrerhaus meines Geistes sitzt einen tobenden Lokführer. Er nennt sich Hans-Peter. Mein Ego. Den Großteil der Realität (99%) blendet er/ich einfach aus. Sonst würde meine Birne durchknallen. Das was er mir übrig lässt, ist verfärbt durch meine abgespeicherten Erinnerungen, die wiederum nur 1% meiner damaligen Realität widerspiegeln. Ich baute und verteidigte mein gesamtes Leben auf einem Realitätsfenster das kleiner war als 1%. Echt jetzt? Das ist schon fast putzig. Findest du nicht?

 

Es war viele Jahre so (und immer wieder tappe ich in diese Falle), als wenn ich mich im Urwald befinde und den Baum, die Äste, die Natur um mich herum als solch ein Chaos wahrnehme, dass ich immer wieder begann die Machete raus zu holen und mir einen Weg frei zu kämpfen und zu hadern, weil ich den Ausweg aus diesem Urwald einfach nicht finden konnte. Ich glaubte dieser Urwald sei meine Realität und damit meine Identität. Das war ich. Und ständig fragte ich nach dem Warum. Warum steckte ich immer wieder in so einem verfickten Chaos von Urwald fest, dabei habe ich mich doch so bemüht.

 

Zu dieser einen Situation gibt es unendlich viele andere Blickwinkel. Von der Seite, von Hinten, von unten und auch von oben. Könnte ich diesen Urwald von oben betrachten, vielleicht aus einem Flugzeug heraus, würde sich ein komplett neues Bild ergeben. Eventuell ist es sogar so ein schönes und harmonisches Bild, dass ich es nicht glauben könnte, dass beides wirklich die gleiche Situation darstellt. Doch aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet.

 

Okay, die Perspektive die ich im Urwald habe ist wahr, es ist meine Wahrheit, doch sie entspricht nicht der gesamten Wahrheit. Es fehlen so ca. 99%.

 

Wenn also meine Geschichte so wie ich sie abgespeichert habe, nicht wahr ist, ich jedoch darauf meine gesamte Identität erbaut habe, bedeutet es, dass mein Dasein eine Illusion ist? Wenn ich aus dieser Illusion heraus meine Zukunft erschaffe, erschaffe ich dann weiter Illusion? 

 

Wer bin ich, wenn die restlichen 99% hinzukommen würden?

Wie groß und unendlich großartig ist dann mein Leben? Bin ich?

Welche Puzzle-teile fehlen mir, für das gesamte Bild?

 

Höchstwahrscheinlich werde ich in diesem Leben niemals den gesamten Überblick haben, doch ich kann meine 1% dehnen und erweitern, indem ich immer wieder versuche meinen Blickwinkel zu verändern. In meinem Fall erlebe ich das bisher auf drei Ebenen. Auf dem meiner eigenen Geschichte und Identität, auf den Mysterien des Universums und dessen Zusammenhänge und auf der Ebene des Göttlichen.

 

Auf der ersten Ebene, der meiner Geschichte und Identität, kann es z.B. durch eine neue Entdeckungsreise meiner Geschichte passieren. Auf einem leeren Blatt Papier schreibe ich meine Geschichte NEU. Statt dem „Warum habe ich all das erlebt“ setze ich ein „Wofür habe ich all das erlebt“ ein.

 

Welche Eigenschaften konnte ich entwickeln, die ich ohne meine Geschichte nie entwickelt hätte? Wofür kann ich sie heute sinnvoll einsetzen? Es scheint, als wenn meine Geschichte eine Art Ausbildung darstellt, die mich heute befähigt das zu tun, was ich tue.

 

Daraus ergibt sich eine vollkommen neue Perspektive.

Fast wie aus einem Flugzeug heraus...

 

„Ich beginne aus dem Stoff von Gestern neue Geschichten zu schreiben und

gebäre damit die Möglichkeit auch das morgen neu einzukleiden.“

 

 

In echt tiefer Liebe zu dir

Deine Soulsister

Johanna

 

P.S. Ja, es gibt nur diesen einen Moment. Was wäre, wenn es die Zeit nicht gibt? Halte in den nächsten Tagen Ausschau nach Post in deinem Email-Fach. <3

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