Teil 3: Wenn das Licht aus dir selbst in die Welt strahlt

3-Feb-2018

 

 

Stellst du dir auch die Frage: „Okay, nehmen wir mal an, mein Dasein wäre wirklich eine Illusion, genauso wie das meiste das ich beigebracht bekommen habe, was ist dann die Wirklichkeit?“


 

 

Seitdem ich mich auf „meinen Weg“ gemacht habe, wiederholt sich in mir immer wieder eine Frage: Warum sind so viele Menschen, so viele Jahre, auf ihrem Weg der persönlichen Entwicklung, wissen so viel, gehen von einem Workshop zum nächsten, von einer Ausbildung zur nächsten, von einem Buch zum nächsten und erleben trotz all dem, keine tiefliegende und andauernde Zufriedenheit.

 

Was übersehen wir nur?

 

 

Als letztes Jahr mein Kartenhaus, minutiös aus Wissen aufgebaut, in sich zusammengefallen ist, war ich gerade mit Sam, meinem Wohnmobil, auf dem Weg nach Frankreich. In mir hatte sich ein tiefes Gefühl von Resignation breitgemacht. Was sollte ich denn noch alles tun, um endlich diese ZuFRIEDENheit erfahren zu können? Vom ersten Rastplatz in Deutschland bis zu meiner Ankunft in Frankreich, hatten mich 1-2 kleine weiße Schmetterlinge begleitet. Ständig wirbelten sie vor mir umher. Irgendwie süß, doch ich war so sehr in meiner Wut, meinem Schmerz und meiner Resignation gefangen, dass ich dem keine weitere Beachtung gegeben habe. Ich hatte echt andere Sorgen...  

 

Viele Tage später stand ich mit Sam mitten in der Natur. Mitten im Nichts. In meiner vollen Wut und meinem Schmerz, schrie ich laut hinaus: „Was soll das?“ Was kapiere ich einfach nicht? Was?“ Ich war im wahrsten Sinne des Wortes am Ende meines Lateins angekommen. Was für ein Geschenk!

 

Einen kurzen Moment später schaute ich nochmals auf das Feld und traute meinen Augen nicht. Das ganze Feld war übersät von gefühlt 100derten von kleinen weißen Schmetterlingen, die wild und bunt ihr Dasein feierten. Ich musste raus rennen und es mir aus der Nähe anschauen. Das war unglaublich.

 

Ich kann hier nicht mit Worten beschreiben, wie sehr mich dieses Erlebnis mitten ins Herz getroffen hat. Selbst jetzt beim Schreiben habe ich eine Gänsehaut, wenn ich daran zurückdenke. Als wenn mir jemand sagen wollte: „Johanna, du bist nicht alleine, wir sind bei dir, wir sind sehr viele, du brauchst kein Wissen, du brauchst dich nur als Teil dieses magischen Universums zu erkennen. Glaube.“

 

 

Glauben. „Glauben ist doch nur für die, die keine Argumente haben.“ Das waren zumindest früher meine Worte. Ich habe lange mit meinem Glauben gehadert. Kurz nach meinem Ausstieg glaubte ich, ich wäre seiner nicht würdig. Für mich war Religion= Glaube. Als ich gegangen bin, bin ich auch von dem Göttlichen gegangen. Dann war ich viele Jahre Atheistin. Ich konnte nicht an einen Gott glauben, der richtet, zerstört und Opfer verlangt. Das passte nie zu der Liebe die ich in mir fühlte.

 

Auf die Idee mir einen ganz persönlichen Zugang zu Gott zu erschaffen bin ich nie gekommen. Trotzdem keimte in mir immer wieder so ein leises Ja, dass es etwas Größeres geben MUSS. Doch, dass ich auch noch ein Teil davon sein soll, ja gar selbst ein göttliches Wesen, ich bitte dich, das ist echt etwas überdreht, oder?

 

 

Schließlich lieferten mir die größten Religionen und Sekten dieser Welt den für mich eindeutigen Beweis. So viele Menschen die so einen tiefen Glauben hatten, dass sie bereit waren dafür zu sterben, in den Krieg zu ziehen, ihre Kinder zu verstoßen oder echte Wunder zu bewirken. Auf der ganzen Welt sind solche Geschichten zu hören. So viel Kraft und Standhaftigkeit kann nicht nur von einem Menschen alleine kommen. Welche Kraft fließt da durch sie hindurch und lässt sie wie Götter wirken?

 

Das hat mich aufhorchen lassen.

 

„Was wäre, wenn alles was ich beigebracht bekommen habe, genau anders herum ist?“ In diesem Fall: Was wäre, wenn Religionen, Traditionen, Bräuche und Gemeinschaften, die unumstößliche göttliche Kraft umgedreht haben, indem sie die Bausteine Schuld, Opfer, Zerstörung, Rache hineinmischten, um uns daran zu hindern, unsere eigene Göttlichkeit zu erfahren und zu leben? Wo kommen wir da auch hin, wenn sich jeder als göttliches und spirituelles Wesen erkennen würde? Das würde jegliche Macht und Kontrolle unmöglich machen und damit auch viel Geld und Profit. Na, besser einen Deckel drüberlegen. Sicher ist sicher.

 

"Wir sind keine Menschen,

die eine spirituelle Erfahrung machen,

 sondern wir sind spirituelle Wesen,

die erfahren, Mensch zu sein."

(Pierre Teilhard de Chardin)

 

 

Was wäre, wenn alles genau umgekehrt ist?

 

Ist die Kreuzigung Jesus von etlichen Weltreligionen falsch interpretiert worden? „Er hat uns so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn als Opfer für unsere Sünden gab.“ Schuld und Opfer. Baut nicht darauf unser gesamtes gesellschaftliches System auf? Wenn wir spirituelle Wesen sind, demnach ein Teil des Göttlichen, wie können wir Sünden begehen? Kann das wirklich aus der reinen Liebe kommen? Ich höre da eher ein angsterfülltes Ego heraus.

 

Oder ist es vielmehr eine Fabel dafür, dass nichts Göttliches vernichtet werden kann? Weder durch Folterung, Schmach, Verachtung und schließlich Tot? Einzig etwas Unwirkliches kann zerstört werden und das ist in unserem menschlichen Dasein nur Hans-Peter. Mein Ego. Die Göttin in uns, der Gott in uns, ist unsterblich, nicht zerstörbar, unantastbar.

 

Was wäre, wenn jeder Schmerz, jede Wut, jede vermeintliche „Niederlage“ in unserem Leben, ein eindeutiger Stupser des Lebens ist, damit wir uns daran erinnern, dass wir spirituelle Wesen sind, die eine menschliche Erfahrung machen? Wenn all diese Dunkelheit dafür da ist, um uns zu unserem göttlichen Licht zurück zu führen? Damit wir uns erinnern.

 

Mit jeder tiefsitzenden Schuld die wir in uns empfinden, soll unsere tiefe Unschuld aus allen Poren unseres Wesens schreien und damit den Beweis liefern, dass es Schuld nicht gibt. Etwas für schuldig befinden, bedarf einer Bewertung. Wie kann es ein Urteil geben, im reinen Reich der Liebe?

 

 

Es ist eine Sache an einen weit entfernten Gott zu glauben, den es eventuell gibt und es ist eine ganz andere Sache, danach vollkommen im Hier und Jetzt zu leben. Danach zu leben bedeutet für mich nicht, 10 Mal am Tag ein Ave-Maria zu singen, oder 5 Mal am Tag Richtung Mekka zu beten. Das sind menschliche Bedingungen, die etwas sichtbares erwarten, um einen Beweis zu erhalten. Es ist vielmehr eine bewusste innere Einstellung, die vor allem das betrifft WIE wir über uns und unser Leben denken. Auf der einen Seite an etwas Größeres zu glauben und uns auf der anderen Seite mit unserer Ego-Persönlichkeit zu identifizieren, ist ein Widerspruch in sich. Kommt daher das Gefühl der inneren Zerrissenheit?

 

Es bedeutet für mich unsere Geschichte nicht aus irdischer Sicht zu interpretieren, sondern als Teil des gesamten Wesens und unser Wirken dem Großen und Ganzen zu unterstellen. Nicht weil wir weniger Wert sind oder unterwürfig sein sollten, eher weil jemand anderes im Flugzeug sitzt und den Überblick hat.

 

Ich bin ein kleiner Finger, an der Hand des gesamten großen Wesens im Kosmos. Wenn ich mir einen Knochen breche, betrifft es das gesamte Wesen und umgekehrt. Ich kann nicht so tun, als wenn mich deine Belange nicht interessieren, denn es sind auch meine Belange, oder als wenn es nur mein Wissen ist, das ich für mich behalte, denn es ist auch dein Wissen. Wenn dein Herz schreit, schreit auch meins. Wenn dein Licht leuchtet, leuchtet auch meins. Wir sind EINS.

 

Für mich stellt das Erinnern und Erkennen keine Option dar, ich empfinde es als meine Verantwortung,

die ich dir und uns allen gegenüber habe.

 

 

Kein Wissen dieser Welt wird uns diesen tiefen Glauben geben können, der sich in jeder Faser unseres Lebens wiederspiegelt und der uns echten Frieden schenken kann. In der Interpretation unserer Identität, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

 

Wenn ich mich verleugne, verleugne ich Gott.

Wenn ich Gott verleugne, verleugne ich mich.

 

Noch rennen wir alle in entgegengesetzte Richtungen, weil wir uns als Einzelwesen im großen Universum betrachten. Noch leiden wir unter dem Gefühl des Getrenntseins und mit den Auswirkungen der Identifikation mit unserem illusionären Dasein. Doch wenn alle Finger, die Hand, der Arm und der gesamte Körper beginnen zu verstehen, dass wir zu einem großen Wesen zusammengehören, dann wird großes passieren. Für uns und diese Welt.

 

Ich fühle, dass diese Zeit gekommen ist. So viele Menschen die beginnen sich für das Große und Ganze zu interessieren, die wach werden und beginnen vieles in Frage zu stellen. 

 

Pure Unschuld, Liebe und Göttlichkeit.
Das sind wir. Ob wir wollen oder nicht.

 

Es ist eher eine Frage ob wir schon bereit sind, uns in all dieser unendlichen Tiefe zu erkennen. Und wenn du jetzt noch nicht dazu bereit bist, ist das auch vollkommen okay. Ich meine, wir können den Ausgang eh nicht verpassen. So oder so. Allerdings macht es ohne dich nur halb so viel Spaß, weil uns allen dann ein sehr wichtiger Teil fehlt.

       

Wir erschaffen diese Welt.

Gemeinsam. Als ein Wesen.

 

Herz an Herz.

 

Deine Soulsister

Johanna

 

 

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